Ironman 70.3 Jönköping – Story

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WELCOME BACK! Nach einer Sendepause seit dem Ironman Hawaii 2016 freue ich mich riesig, eine neue Story online zu stellen. Das Storyboard war im Nachhinein betrachtet etwas „crazy“:

Freitag        Bonn-Jönköping 1.200km
Samstag     Warm up im Smaland / Schweden
Sonntag      Ironman 70.3 Jönköping
Montag       Jönköping-Bonn 1.200km

Vielleicht sind es gerade die verrückten Geschichten, die uns besonders antreiben und das Beste aus uns heraus kitzeln… Wenn jeder Handgriff sitzen muss, wenn keine Zeit da ist die Gedanken kreisen zu lassen, wenn alles um einen herum neu und aufregend ist…

In Verbindung mit der zauberhaften Landschaft  im Smaland rund um den Vätternsee war dies herrlich entspannend und die Quelle für volle Konzentration und Fokus auf das Rennen – das Rennen, welches ich mir als Aufbauwettkampf für den Ironman Switzerland in 3 Wochen gezielt ausgesucht hatte.

Mein Freund Holger Hakensohn sollte mich begleiten, ist er doch im Smaland in seinem 2. Zuhause und kennt Land, Leute, Strecken wie kaum ein Anderer.

Diese Zusammenstellung verleitete mich zu einer Rennprognose vor dem Rennen, die gewagt war, aber ich sogar noch übertreffen sollte. Vor dem Schwimmstart am Munksjön in Jönköping spürte ich, wie locker und doch kraftvoll meine Arme und Beine sich anfühlten – der Lohn für 5 Monate harte Aufbaubeit nach einem fiesen Sturz auf mein Knie im November, der mich manchmal zur Verzweiflung getrieben hatte.

Beim Rolling Start ging ich als 6. ins Wasser. Trotz bescheidener 16 Grad Wassertemperatur konnte ich schnell einen Rhythmus finden. Einige Schwimmer im Amateurfeld begannen aber direkt hart und für den Moment für mich einfach zu schnell. So führte ich die 2. Gruppe an und definierte meinen eigenen Rhythmus. Mit dosierter Pace arrangierte ich mich in der kleinen 2. Gruppe um keine Kraft zu vergeuden. Den Enteilten nachzujagen, wäre einigermaßen sinnfrei gewesen.

Nach 26.44 hatte ich dann wieder festen Boden unter den Füßen – Zeit sehr ok – Zwischenplazierung 19. im Gesamtfeld. Der lange Weg über Kopfsteinpflaster in die T1 Wechselzone war semi-lustig und ich war froh auf meinem geliebten S-Works TT-Bike zu sitzen. Die Beine hielten Ihr Versprechen und die Wattanzeige auf dem SRM signalisierte, dass der Tank mit Superplus gefüllt war.

Den langen Anstieg zum Auftakt nutze ich bereits, um mich nach vorne zu orientieren und einige Positionen gut zu machen. Dann folgte das Highlight des 70.3 in Schweden. Die zauberhafte Straße durch die Wälder im Smaland, entlang an vielen Seen wie z.B. dem Bunn, hat glaube ich jeden Starter endgültig in den Bann dieses Rennens gezogen und das Beste aus mir herausgeholt. Wir konnten dort einen Traumtag genießen und die Freundlichkeit der Menschen dort erleben.

Die letzten 20km mit Gegenwind waren dann aber auch nicht mehr geschenkt – ein letzter Blick auf den Tacho mit einem Schnitt von 39km/h  und ich war sehr froh, in meine HOKA ONE ONE Clayton springen zu können. Hatte ich ein komplett flache Asphalt Strecke erwartet, so überraschte sie mich mit vielen Schotterpassagen und ein paar kleinen Anstiegen. Alles gut machbar, aber beim nächsten mal lese ich die Beschreibung genauer;-)

Relativ schnell überholte mich Markus Herbst, der 3. im Profifeld wurde (Congrats Markus!). Er hatte schon 1 Runde mehr aufgrund des früheren Starts und des natürlich schnelleren Rennens bis dahin… Kurz überlegt ging ich sein Tempo mit bis Ende der 1. Runde, dann konnte ich sogar vorbei gehen und für ihn das Tempo in seiner letzten 7km Runde machen. Gutes Teamwork:-)! Mit 1:24 für den Halbmarathon bin ich heute super zufrieden.

Als 15. des Gesamtfeldes konnte ich meine Prognose (TOP25) mehr als erfüllen und meine Agegroup 45-49 gewinnen und einen neuen schönen M-Pokal für meine kleine Sammlung mit nach Hause nehmen.

Ein Tag wie eine einzige Belohnung – der es in der Kategorie „gib jeden Tag die Chance, der schönste in Deinem Leben zu werden“ schon recht weit nach oben schaffen würde.

Danke an die Veranstalter, danke an meinen Kumpel Holger, der das überhaupt erst möglich gemacht hat und danke an meine Frau Annette mit der ich mich in den vergangenen Monaten gegenseitig motiviert habe trotz Verletzungen weiter zu machen. WELCOME BACK – HERE WE ARE AGAIN 2017. Nächster Halt:  Ironman Switzerland Zürich am 30.07.

That´s it 4 today

Euer Dirk